Für die Landwirtschaft unverzichtbar: genug Wasser. Doch der Umgang damit ist bisher kaum nachhaltig. Die Agrarminister aus 61 Ländern gaben nun eine Erklärung ab. Hilfswerke fordern den Schutz von Wasser als Gemeingut
Agrarminister aus der ganzen Welt haben zu einer nachhaltigeren Nutzung von Wasser, insbesondere in der Landwirtschaft, aufgerufen. Landwirtinnen und Landwirte seien auf ausreichend Wasser angewiesen; eine effektive Wassernutzung spiele also eine Schlüsselrolle für die globale Ernährungssicherheit, hieß es am Samstag in der Abschlusserklärung der Internationalen Agrarministerkonferenz in Berlin. An dem Treffen unter Vorsitz des deutschen Landwirtschaftsministers Alois Rainer (CSU) nahmen 61 Agrarministerinnen und -minister teil.
Die Konferenzteilnehmer verpflichten sich laut Erklärung dazu, nachhaltigere Wassernutzung in ihren Ländern zu fördern. Zudem rufen sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur als zentrale Punkte für die Wasserpolitik zu berücksichtigen. Die UN-Wasserkonferenz, die im Dezember von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Senegal ausgerichtet wird, solle dies thematisieren und sich ambitionierte Ziele setzen.
"Uns Agrarministerinnen und Agrarminister eint ein Auftrag: die Produktivität der Land- und Ernährungswirtschaft zu stärken, Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und damit die Einkommen der Höfe zu stabilisieren", so Minister Rainer zum Abschluss des Treffens. Es sei erfreulich, dass der Agrarbereich dabei nicht als Problem, sondern als zentraler Teil der Lösung für eine nachhaltige Wassernutzung angesehen würde. "Wir bekennen uns dazu, eine effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft zu fördern, etwa durch präzise Bewässerung, Wassereinsparung, besseren Bodenschutz und die Reduzierung von Lebensmittelverlusten."
Zuvor hatte sich ein Bündnis von Hilfswerken mit einem Appell an die Konferenz gewandt. Die Organisationen fordern darin eine "Demokratisierung" des Wassers durch gerechtere Verteilung und ungehinderte Zugänge. Das Recht auf angemessene Nahrung und Wasser müsse als zentrales Ziel internationaler und nationaler Agrar- und Ernährungspolitik verankert werden.
Wasser sei die wichtigste Ressource für das Leben auf der Erde, werde jedoch immer knapper. Klimakrise und industrielle Landwirtschaft verschärften diese Verknappung, im Globalen Süden wie auch in Europa. "Wenn Wasser zur Ware wird, verlieren wir unsere Lebensgrundlagen", warnte Lucia Birkmeir von der jungen Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft. "Ohne klare Regeln und gezielte Förderprogramme verlieren wir Böden, Höfe und am Ende unsere Ernährungssicherheit."
Zu den Unterzeichnern des Appells gehören neben der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft die Organisation Fian, die kirchlichen Entwicklungshilfswerke Brot für die Welt und Misereor sowie die kenianische Organisation Inkota.