Der Aachener katholische Bischof Helmut Dieser hat sich solidarisch mit den landesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie geäußert. Er begrüße diese als "starke politische Willensbekundung" und schließe sich ihr an, erklärte der Bischof am Freitag. Zugleich betonte Dieser, "dass Demonstrationen auf der Straße nicht genügen, um Politik zu gestalten und in die richtige Richtung zu lenken". Entscheidend sei die politische Willensbekundung in freien Wahlen.
Umgekehrt müssten alle in Bundestag und Landesparlamenten vertretenen Parteien sich in einen "kritisch-konstruktiven politischen Diskurs mit den von den radikalen Parteien vertretenen Politikabsichten begeben". Dabei gelte es, "Schwächen, Anstößigkeiten und Abgründe in freier Debatte entlarven". Es müsse erkennbar sein, dass um die besseren Lösungen von Probleme und Herausforderungen gerungen werde. "Bloße Verbote oder wechselseitige Herabwürdigungen genügen nicht", mahnte Dieser.
Als Bischof spreche er sich "scharf gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung, Abbau unserer freiheitlich-rechtsstaatlichen Kultur und Infragestellung der politischen Einigung Europas aus". Die Kirche insgesamt unterstütze eine Politik, die Schwache schützt und solidarisch sei mit Menschen, "die aus Not und Elend heraus ein besseres Leben in Frieden und Sicherheit führen wollen und unsere freiheitliche Demokratie bejahen".