150. Geburtstag: Große Ausstellungen feiern Paula Modersohn-Becker

Zu Lebzeiten kaum beachtet, heute weltweit anerkannt: Mit großen Ausstellungen würdigen Museen in Bremen und unweit davon im Künstlerdorf Worpswede die Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907), die vor 150 Jahren in Dresden geboren wurde. „Sie zählt zu den bedeutendsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts“, sagte am Mittwoch der Direktor des Paula-Modersohn-Becker-Museums in Bremen, Frank Schmidt. Mit ihren Bildern habe sie das Menschenbild der Avantgarde geformt, „das macht sie so bedeutsam“.

Das Museum in Bremen zeigt unter dem Titel „Becoming Paula“ vom 8. Februar bis zum 13. September, wie die Künstlerin ihre ganz eigene Bildsprache entwickelt hat und wie sie zu der heute viel beachteten Malerin wurde. Neben ihrem weitgehend unbekannten Frühwerk und den berühmten Bildern ihrer letzten Lebensjahre nimmt die Ausstellung mit rund 80 Gemälden und Papierarbeiten in acht Sälen erstmals auch die Rezeption der Malerin im 20. und 21. Jahrhundert in den Blick.

Künstlerisch sozialisiert wurde Paula Modersohn-Becker in Berlin, London, Worpswede und Paris. Der Kunsthistoriker Schmidt machte aber auch klar, wie wichtig Norddeutschland mit entscheidenden Stationen ihrer Lebensreise war: „In der Welt ist sie bekannt, in Bremen und Worpswede ist sie zu Hause.“

Welchen Stellenwert die Malerin hat, zeigte sich so richtig erst nach ihrem Tod. So wurde 1927 in der Bremer Böttcherstraße das heutige Paula-Modersohn-Becker-Museum eröffnet - das erste einer Malerin gewidmete Museum weltweit. Mittlerweile hängt ein Bild von ihr auch im New Yorker Museum of Modern Art. 2024 wurde sie in New York und Chicago mit Einzelausstellungen gefeiert. Die „New York Times“ beschrieb ihre Werke als „brazingly modern“, als hochmodern.

Die großen Worpsweder Museen - Barkenhoff, Große Kunstschau, Kunsthalle und Haus im Schluh - wenden sich Paula Modersohn-Becker in einer Gemeinschaftsausstellung zu. Unter dem Titel „Impuls Paula“ ist sie vom 7. Februar bis 1. November zu sehen und verdeutlicht, wie die Malerin Generationen von Künstlerinnen und Künstlern beeinflusst hat. Weitere Ausstellungen zu Paula Modersohn-Becker gibt es ab 8. Februar im Dresdner Albertinum und im Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude bei Bremen.

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