Aus Sicht eines Reinigungsexperten besteht die Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ in Langenhagen-Godshorn aus etwa 70 Fenstern, knapp 1000 Quadratmetern Innenraum und noch einmal rund 2000 Qudratmetern Außenfläche. „Das ist eine ganze Menge Arbeit, wenn man das alles saubermachen will“, sagt der Kirchenvorstandsvorsitzende Marko Balkenhol. Deswegen ruft die Gemeinde im Norden Hannovers ihre Mitglieder in den kommenden Tagen wieder zum Frühjahrsputz.
Die Putzaktionen seien längst Tradition, erzählt Balkenhol. In diesem Jahr erwarte er rund 40 Gemeindemitglieder, um die Arbeit der Reinigungskraft zu ergänzen. Probleme bei der Motivation gebe es keine. „Die freuen sich schon. Sie haben Spaß an der Gemeinschaft und wollen der Gemeinde etwas zurückgeben.“ Mehrere Stunden seien sie im Einsatz, sagt Balkenhol. In den Pausen gebe es zur Stärkung Brötchen mit Mett und selbst gebackenen Kuchen.
Frühjahrsputz: Schränke in der Kirchengemeinde werden ausgeräumt
Auf dem Putzplan stehen nicht nur Fenster und Dachrinnen, Schränke und Mobiliar, sondern zum Beispiel auch der Fürbittenleuchter. Außerdem müsse die Orgelempore aufgeräumt werden, erklärt Balkenhol. „Viele wissen schon genau, worum sie sich kümmern werden.“
Eine Ehrenamtliche reinige zum Beispiel immer die Schränke in der Jugendscheune. „Das Geschirr muss ausgeräumt werden, damit der Schrank einmal im Jahr gründlich gereinigt werden kann. Das ist wie beim Frühjahrsputz zu Hause.“ Andere Ehrenamtliche würden sich um bestimmte Beete auf dem Gemeindegelände kümmern und dazu sogar ihre eigenen Harken und Eimer mitbringen.
Staubwedel in Überlänge für Spinnweben unter der Kirchen-Decke
Auch die Kirchengemeinde Ohmstede in Oldenburg bittet ihre Gemeindemitglieder alle paar Jahre zum Frühjahrsputz. „Wir wollen dem Staub bis in die letzte Ecke zu Leibe rücken, sagt Pastorin Andrea Burfeind. „Für die Spinnweben unter der Decke der Kirche haben wir extra einen Staubwedel mit 16 Metern Länge besorgt. Ich bin gespannt, ob das funktioniert.“
Zum Einsatz sollen auch besondere Schwämme kommen, mit denen der Ruß an der Wand hinter dem Altar „wegradiert“ werden soll. „Das war der Tipp eines Architekten“, erzählt Burfeind. „Es wäre schon toll, wenn die Altarwand wieder sauber wäre. Man fühlt sich leichter, wenn es sauber ist.“ Daneben zähle das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben. Bis zu 20 Gemeindeglieder erwarte sie. Doch so schön eine saubere Kirche sei, die Fenster der Ohmsteder Kirche blieben von der Putzaktion ausgespart. „Da müssen Experten ran.“